Ladungssicherung – Expertenwissen für rechtssichere Gutachten und VDI-konforme Schulungen

MICHAEL GIRBES

Als zertifizierter Sachverständiger unterstütze ich Transportunternehmen, Absender und Verlader mit praxisnahen Gutachten, maßgeschneiderten Schulungen und Beratungen – alles nach § 22 StVO, VDI 2700 ff., DIN EN 12195 und EU-Richtlinie 2014/47/EU.

Vermeiden Sie Bußgelder, Haftungsrisiken und Unfälle durch fundierte Expertise.

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„Och, da wird schon nichts verrutschen!“

Dieser Spruch ist leider immer noch Alltag unter Fahrern und Disponenten.

Doch die Realität sieht anders aus: Laut Bundesamt für Güterverkehr und EU-Richtlinie 2014/47/EU (die verpflichtende en-route-Kontrollen vorschreibt) steigen die Unfälle durch unzureichende Ladungssicherung rasant an. Jährlich werden Tausende Verstöße geahndet – mit Bußgeldern bis 500.000 €, Punkten in Flensburg, Fahrverboten und im Extremfall Freiheitsstrafen.

Und das nicht nur für den Fahrer: Absender, Verlader und Unternehmen haften oft gemeinsam.

Als Sachverständiger für Ladungssicherung mit über 15 Jahren Erfahrung in Gutachten und Schulungen weiß ich: Schwere Ladungen verrutschen genauso wie leichte, plötzliche Bremsungen oder Ausweichmanöver reichen aus, um Katastrophen auszulösen – unabhängig von sorgfältiger Fahrweise. Mythen wie „Bei mir ist noch nie was passiert“ oder „Schwere Güter halten von allein“ kosten nicht nur Geld, sondern Leben und Umwelt (z. B. durch Ladung auf der Fahrbahn).

Die Physik hinter der Ladungssicherung – Keine Magie, sondern harte Fakten

Vergessen Sie Mythen: Es geht um Newton und Reibungskräfte. Jede Ladung „will“ bei Beschleunigung oder Bremsung geradeaus weiterfliegen.

Hier eine Übersicht der kritischen Kräfte (basierend auf VDI 2700 und EN 12195-1):

Situation
Beschleunigung
Kraft in % des Ladungsgewichts
Richtung
mein Praxis-Tipp
Vollbremsung

0,8 g

80 % (bei Lkw bis 1,0 g)

nach vorn

Immer Formschluss zur Stirnwand priorisieren

Notausweichmanöver

0,6–0,8 g

60–80 %

seitlich

Symmetrische Diagonalzurung für Stabilität

Kurvenfahrt (50 km/h)

0,5–0,7 g

50–70 %

seitlich

Schwerpunkt so niedrig wie möglich halten

Beschleunigung

0,5 g

50 %

nach hinten

Niederzurren mit Antirutschmatten kombinieren

Schlaglöcher / Schwellen

1,0 g

100 %

nach oben

Zusätzliche Abdeckungen für lose Güter

Ein Rechenbeispiel aus meiner Beratungspraxis:

Nehmen Sie eine 1.200-kg-Maschine auf glattem Stahlboden. Bei Bremsung entsteht eine Vorwärtskraft von 9.600 kg – vergleichbar mit dem Gewicht eines Pkw! Ohne ausreichende Zurrkraft (mindestens 50 % der Ladungsmasse in alle Richtungen) kippt sie um.

Ich helfe Ihnen, solche Berechnungen in Ihre tägliche Routine zu integrieren, mit Tools und Checklisten, die Zeit sparen.

Rechtliche Lage – Wer haftet wann und wie viel?

§ 22 StVO

Ladung einschließlich Geräte zur Sicherung und Zubehör ist so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, herunterfallen, vermeidbares Geräusch erzeugen oder die Fahrzeugführung beeinträchtigen kann.

Fahrer

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Prüfen vor Abfahrt und unterwegs

§ 23 StVO:

Der Fahrer hat sich vor Antritt der Fahrt von der ordnungsgemäßen Sicherung zu überzeugen.

Verlader

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Korrekte Verteilung und Sicherung

§ 412 HGB:

Der Verlader haftet für Schäden, die durch unsachgemäße Beladung entstehen – auch gegenüber dem Auftraggeber.

Unternehmer

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Mittel und Schulungen bereitstellen

§ 31 StVZO:

Fahrzeughalter muss sicherstellen, dass die Ladung und die Besetzung verkehrssicher und vorschriftsmäßig sind.

Warum lohnt sich professionelle Ladungssicherung?

Sie verhindert Unfälle und Personenschäden, schützt vor Warenverlusten und Fahrzeugreparaturen, erfüllt gesetzliche Pflichten (§ 22 StVO, § 31 StVZO, HGV-Richtlinien), spart Kosten durch effiziente Prozesse und minimiert Umweltrisiken. Intensivierte Kontrollen durch Polizei und BAG machen Dokumentation unverzichtbar.

  1. Sicherheit auf der Straße: Falsch oder gar nicht gesicherte Ladung kann bei scharfen Bremsmanövern, Kurvenfahrten oder plötzlichen Ausweichmanövern verrutschen, kippen oder sogar vom Fahrzeug fallen. Dies erhöht das Unfallrisiko erheblich – nicht nur für den Fahrer selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.
  2. Vermeidung von Schäden: Nicht ordnungsgemäß gesicherte Ladung kann beim Transport beschädigt werden. Ob es sich um Stoßschäden, Brüche oder den vollständigen Verlust der Ware handelt, die Folgen sind oft teuer. Durch eine gute Sicherung bleibt die Ware in ihrem ursprünglichen Zustand und erreicht unbeschadet ihr Ziel.
  3. Rechtliche Vorgaben und Haftung: Die Ladungssicherung ist gesetzlich geregelt, und bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder sowie im Schadensfall Haftungsansprüche. Fahrer, Verlader und Fuhrunternehmen können zur Verantwortung gezogen werden, wenn durch ungesicherte Ladung Unfälle oder Schäden verursacht werden.
  4. Wirtschaftliche Effizienz: Gut gesicherte Ladung sorgt für einen effizienten Transport ohne Verzögerungen. Unfälle oder Beschädigungen führen oft zu Lieferverzögerungen, die nicht nur Zeit, sondern auch Geld kosten. Ein reibungsloser Transportablauf bedeutet zufriedene Kunden und langfristigen Geschäftserfolg.
  5. Schutz der Umwelt: Auch aus ökologischer Sicht spielt die Ladungssicherung eine Rolle. Verliert ein Fahrzeug Ladung auf der Straße, kann diese in die Umwelt gelangen und schwerwiegende Schäden verursachen. Durch ordnungsgemäße Sicherung wird vermieden, dass Güter die Umwelt belasten.

In meinen Praxis-Seminaren zeige ich anhand realer Fallbeispiele, wie kleine Anpassungen große Katastrophen verhindern.

Profitieren Sie von meinem Erfahrungen rund um:

  • Rechtssichere Gutachten und Dokumentationsprüfungen für Ihre Abfahrten
  • Schulungen von zertifizierten VDI 2700a-Kursen und Lasi-Fortbildungen für Ausbilder
  • Praktische Beratungen zu Verpackung, Zurrgurten, Antirutschmatten und Branchenlösungen (z. B. für Stückgut, Maschinen oder Gefahrgut)
  • Aktuelle Warnungen, z. B. vor gefährlichen Zurrgurten von Temu (getestet vom Fachverband Seile und Anschlagmittel e.V.)
  • Rechner, Checklisten und Bußgeldkataloge 2025

Nutzen Sie meine Unterstützung – von der individuellen Bedarfsanalyse bis zur projektbegleitenden Umsetzung. Ich erstelle für Sie maßgeschneiderte Konzepte, Ladeanleitungen und jährliche Werkzeuginspektionen, damit Sie haftungsfrei und effizient unterwegs sind.

Die vier Säulen der Ladungssicherung – Praktisch und umsetzbar

Basierend auf VDI 2700a, die ich in meinen Schulungen vertiefe:

  1. Formschluss: Ladung eng an Begrenzungen anlegen – ideal für Paletten oder Stückgut. Beispiel: Pakete in Formschluss zur Stirnwand, wie in meinen Seminarfotos gezeigt.
  2. Kraftschluss (Niederzurren): Gurte drücken die Ladung fest, Reibung hält. Formel: Zurrkraft = (Gewicht × Faktor) / (μ × Gurte). Mit Antirutschmatten (μ = 0,6–0,8) halbieren Sie den Aufwand.
  3. Direkt-/Diagonalzurren: Für unregelmäßige Güter wie Maschinenteile – direkt zu Zurrpunkten führen.
  4. Kombination: Die Goldene Regel für 90 % der Fälle. Ich erstelle für Sie beladespezifische Anweisungen.

Methoden der Ladungssicherung

Formschluss

Die Ladung wird eng an Begrenzungen (z. B. Stirnwand, Rungen, andere Güter) angelegt, um Bewegungen zu verhindern.

Ideal für Palettenware, Kisten, Big Bags.

Kraftschluss

Die Ladung wird mit Zurrgurten niedergezurrt, sodass Reibungskräfte entstehen, die das Verrutschen verhindern.

Tipp: Verwenden Sie Antirutschmatten, um den Reibwert zu erhöhen und weniger Vorspannkraft zu benötigen.

Direktzurren / Diagonalzurren

Zurrmittel werden direkt von der Ladung zu den Zurrpunkten geführt – perfekt für schwere oder unregelmäßige Güter.

Hilfsmittel – was wirklich Sinn macht (und was Geldverschwendung ist)

Hilfsmittel
Funktion
Hinweise
Antirutschmatten

Erhöhen Reibung

Nur zertifizierte mit Prüfzertifikat verwenden

Kantenschoner

Schützt Gurt & Ladung

Unverzichtbar bei empfindlichen Gütern, spart teure Gurtbrüche

Zurrgurte

Fixierung, Niederzurren

Auf Abrieb & Kennzeichnung achten, Einwegzurrgurte sind günstig, aber oft minderwertig

Zurrketten & -seile

Bei sehr schweren und unhandlichen Gütern

Nur mit Kennzeichnung & Prüfzeugnis

Netze & Planen

Für lose Güter

Müssen eng anliegen

Langhebelratschen

Standard bei Lkw

Kurze Kurbelratschen sind für Pkw ausreichend

Sperrbalken & Stauleisten

Bei Teilladungen und empfindlicher Ladung

Enorm zeitsparend

Häufige Fehler bei der Ladungssicherung

  1. Zu geringe Zurrkraft oder falscher Winkel
  2. Beschädigte oder verdrehte Gurte
  3. Falsche Einschätzung der Reibwerte
  4. Schwerpunkt zu hoch oder ungleichmäßig verteilt
  5. Keine regelmäßige Kontrolle während der Fahrt

Praxis-Tipp: Machen Sie nach dem ersten Kilometer einen „Nachspann-Stopp“ – Gurte können sich setzen!

Schulung und Verantwortung – Wissen schützt!

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Viele Verstöße entstehen durch Unwissenheit oder Routinefehler.

Eine Schulung zur Ladungssicherung vermittelt rechtliche Grundlagen, physikalisches Verständnis und praktische Anwendung.

Wer einmal verstanden hat, wie Kräfte wirken und wie wenig Kraft ein einzelner Gurt tatsächlich hält, hört auf zu „fühlen“ und fängt an zu rechnen.

Eine solide Ladungssicherungsschulung (am besten mit praktischen Übungen auf dem eigenen Fahrzeug) reduziert Schäden nachweislich um 70–90 % und Bußgelder fast auf null.

Als zertifizierte Experten bieten wir individuelle Schulungen und Praxis-Workshops in NRW, Online oder direkt bei Ihnen vor Ort an.

Unsere Leistungen rund um die Ladungssicherung

  • Beratung & Analyse Ihrer Transporte
  • Erstellung von Sicherungskonzepten nach VDI 2700
  • Schulungen & Unterweisungen für Fahrer und Verlader
  • Kontrolle & Dokumentation von Ladevorgängen
  • Unterstützung bei Behördenkontrollen und Audits

Fazit – Sicherheit ist kein Zufall

Eine korrekte Ladungssicherung ist kein bürokratischer Zwang, sondern gelebte Verantwortung.

Sie schützt Menschenleben, sichert Werte und stärkt die Professionalität Ihres Unternehmens.

Ob im landwirtschaftlichen, handwerklichen oder industriellen Bereich – wer sicher lädt, fährt besser.

👉 Kontaktieren Sie uns – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Transporte effizient, sicher und gesetzeskonform gestalten.

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MICHAEL GIRBES

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