Als Sachverständiger für Ladungssicherung mit über 20 Jahren Erfahrung in Gutachten und Schulungen weiß ich: Schwere Ladungen verrutschen genauso wie leichte, plötzliche Bremsungen oder Ausweichmanöver reichen aus, um Katastrophen auszulösen – unabhängig von sorgfältiger Fahrweise. Mythen wie „Bei mir ist noch nie was passiert“ oder „Schwere Güter halten von allein“ kosten nicht nur Geld, sondern Leben und Umwelt (z. B. durch Ladung auf der Fahrbahn).
Auf dieser Seite erhalten Sie einen umfassenden Überblick über alle wichtigen Grundlagen:
Sie erfahren, welche Vorschriften gelten, welche Methoden und Hilfsmittel eingesetzt werden und wer im Ernstfall haftet. Außerdem zeige ich Ihnen, wann Schulungen erforderlich sind und in welchen Fällen ein Gutachten zur Ladungssicherung notwendig wird.
Hier schreibt:
Autor

Zertifizierter Sachverständiger und Ausbilder für Ladungssicherung
Täglich sind tausende Lkw auf europäischen Straßen unterwegs – und mit ihnen Millionen Tonnen an Waren. Was viele unterschätzen: Mangelhafte Ladungssicherung gehört zu den häufigsten Unfallursachen im Güterverkehr. Schon kleine Fehler können schwere Folgen haben – von beschädigter Ware über Bußgelder bis hin zu schweren Verkehrsunfällen. Auch schwere oder vermeintlich stabile Güter können bei plötzlichen Bremsmanövern, Ausweichmanövern oder Kurvenfahrten verrutschen, kippen oder sogar vom Fahrzeug fallen. Dies gefährdet nicht nur den Fahrer, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.
Über 1.800 schwere Unfälle im Jahr 2024 allein in Deutschland waren auf unzureichende oder fehlende Ladungssicherung zurückzuführen (Quelle: BAG Jahresbericht 2024). Ein verlorenes Rad, eine verrutschte Palette oder ein umstürzender Bagger können innerhalb von Sekunden Menschenleben kosten und Millionenschäden verursachen.
Die Ladungssicherung ist kein optionaler Service, sondern eine gesetzliche Pflicht gemäß § 22 StVO und § 412 HGB. Ich sorge dafür, dass alle Beteiligten – vom Absender über den Fahrzeughalter bis zum Fahrer – ihre Verantwortlichkeiten kennen und dokumentieren.
Die beste Theorie nützt nichts, wenn sie auf der Ladefläche nicht ankommt. Wir transferieren Expertenwissen direkt in den Arbeitsalltag Ihrer Mitarbeiter, um Fehlerquellen bei der Verladung dauerhaft zu eliminieren. Auch Führungskräfte sind ausdrücklich willkommen, damit Prozesse, Verantwortung und Sicherheitskultur gemeinsam gestärkt werden.
Die physikalische Sicherung der Ladung ist nur die halbe Miete, wenn Ihre Güter als Gefahrgut eingestuft sind. In diesem Fall verschmelzen die Anforderungen der VDI 2700 mit den strengen Auflagen des ADR.
Vergessen Sie Mythen: Es geht um Newton und Reibungskräfte. Jede Ladung „will“ bei Beschleunigung oder Bremsung geradeaus weiterfliegen.
Hier eine Übersicht der kritischen Kräfte (basierend auf VDI 2700↗ und EN 12195-1):
Situation | Beschleunigung | Kraft* in % des Ladungsgewichts | Richtung | mein Praxis-Tipp |
|---|---|---|---|---|
Vollbremsung | 0,8 - 0,9 g | 80 % (bei Lkw bis 1,0 g) | nach vorn | Immer Formschluss zur Stirnwand priorisieren |
Kurvenfahrt | 0,5–0,7 g | 50–70 % | seitlich | Schwerpunkt so niedrig wie möglich halten |
Beschleunigung | 0,5 g | 50 % | nach hinten | Niederhalten mit Antirutschmatten |
Schlaglöcher / Schwellen | 1,0 g | 100 % | nach oben | Zusätzliche Abdeckungen für lose Güter |
*Die Kräfte sind abhängig von der Fahrzeuggröße
Hinweis
Gemäß §22 StVO↗ muss Ladung bei allen gängigen Fahrverhalten wie Vollbremsung, schlechte Wegstrecken oder plötzliche Ausweichmanöver
gegen Kippen, Rutschen, Herabfallen und vermeidbaren Lärm gesichert werden.
Ein Rechenbeispiel aus meiner Beratungspraxis:
Nehmen Sie eine 1.200-kg-Maschine auf glattem Stahlboden. Bei Bremsung entsteht eine Vorwärtskraft von 960 daN – vergleichbar mit dem Gewicht eines Pkw! Ohne ausreichende Zurrkraft (mindestens 50 % der Ladungsmasse in alle Richtungen) kippt sie um.
Ich helfe Ihnen, solche Berechnungen in Ihre tägliche Routine zu integrieren, mit Tools und Checklisten, die Zeit sparen.
Hilfsmittel | Funktion | Hinweise |
|---|---|---|
Antirutschmatten | Erhöhen Reibung | Regelmäßig auf Beschädigungen und Verschleiß prüfen |
Kantenschoner | Schützt Gurt & Ladung | Unverzichtbar bei empfindlichen Gütern und scharfen Kanten, spart teure Gurtbrüche |
Zurrgurte | Fixierung durch Formschluss, Niederzurren | Auf Kennzeichnung achten |
Zurrketten & -seile | Bei sehr schweren und unhandlichen Gütern | Nur mit Kennzeichnung |
Netze & Planen | Für lose Güter | Müssen eng anliegen |
Stauleisten und Zurrschienen oder Stausäcke | Bei Stückgut und empfindlicher Ladung | Enorm zeitsparend |
*Hinweis: Diese Aufstellung ist lediglich beispielhaft.
Vorschrift | Verantwortlich | Inhalt | Bußgeld (Beispiele 2026) |
|---|---|---|---|
Fahrzeugführer | Ladung muss so verstaut und gesichert sein, dass sie selbst bei Vollbremsung oder Ausweichmanöver nicht verrutschen, umfallen, herunterfallen kann | 60 – 80 € und 1 Punkt in Flensburg Bei Gefahrgut 500 € und einen Punkt | |
Fahrzeughalter | Fahrzeughalter muss ein verkehrssicheres Fahrzeug zur Verfügung stellen. Inkl. geeigneten Ladungssicherungs-Hilfsmitteln | 270 € bzw. bei Gefahrgut 1.000 – 1.500 € und jeweils einen Punkt | |
Verlader | Das Unternehmen, dass die Ware für den Transport übergibt, ist dafür verantwortlich gemeinsam mit dem Fahrzeugführer, dafür zu sorgen, dass das Fahrzeug verkehrssicher auf die Straße geht. WICHTIG: Die Verantwortung ist NIEMALS an Fahrpersonal übertragbar. | 60 € und 1 Punkt. Bei Gefahrgut 800 € und den Punkt. | |
Absender | Güter müssen beförderungssicher übergeben werden. Also so, dass Sie überhaupt gesichert werden können. | Kein Bußgeld, aber Thema für Versicherungen, wer den Schaden an Waren oder Fahrzeugen zahlen muss. | |
Auf dem Betriebsgelände | Auch auf dem Betriebsgelände muss Ladung gesichert werden. Der Text ist ähnlich §22 StVO. | BG darf Bußgelder von bis zu 10.000 € aussprechen. |
Fahrer

Prüfen vor Abfahrt und unterwegs
§22/23 StVO:
Der Fahrer hat sich vor Antritt der Fahrt von der ordnungsgemäßen Sicherung zu überzeugen.
Verlader

Korrekte Verteilung und Sicherung
§ 22 StVO:
Das Unternehmen, dass die Ware für den Transport übergibt,
ist dafür verantwortlich gemeinsam mit dem Fahrzeugführer, dafür zu sorgen,
dass das Fahrzeug verkehrssicher auf die Straße geht.
Fahrzeughalter

Mittel und Schulungen bereitstellen
§ 31 StVZO:
Fahrzeughalter muss sicherstellen, dass die Ladung und die Besetzung verkehrssicher und vorschriftsmäßig sind.
Die Ladung wird lückenlos an festen Teilen des Fahrzeugs (Stirnwände, Zurrleisten, Sperrbalken) angeschlossen – ideal für Paletten oder Stückgut.
Die Reibung wird durch Vorspannkraft der Zurrgurte erhöht. Gurte drücken die Ladung fest, sodass Reibungskräfte entstehen, die die Gefahr des Verrutschen reduzieren.
Zurrmittel werden direkt von der Ladung zu den Zurrpunkten geführt – perfekt für schwere oder unregelmäßige Güter. Direkte Kraftumlenkung – ideal bei hohen, kipplabilen Gütern.
In der Praxis meistens die sicherste Lösung.
Unverzichtbar bei Paletten, BigBags, Coils usw.

Mit unserem Online-Rechner können Sie schnell und einfach die richtige Anzahl an Zurrgurten für Ihre Ladung ermitteln. Beim Niederzurren wird die Ladung fest auf die Ladefläche gedrückt, wodurch die Reibung erhöht und ein Verrutschen verhindert wird.
Bitte beachten Sie, dass die Anzahl der benötigten Gurte von verschiedenen Faktoren abhängt, wie zum Beispiel dem Gewicht der Ladung (1), den Materialien der Auflageflächen (2), dem Zurrwinkel der Gurte (3) und der Vorspannkraft (6).
Die Sicherheit lässt sich zusätzlich verbessern durch den Einsatz von Antirutschmatten, Kantengleitern und eine clevere Positionierung der Ladung an der vorderen Bordwand.
Geben Sie Ihre Daten einfach in die Felder ein und erhalten Sie sofort eine Empfehlung für die richtige Zurrmittel-Anzahl.
Zurrgurte und Spanngurte bezeichnen im Grunde dasselbe. Im Alltag sagen viele einfach „Spanngurt“, auch wenn eigentlich ein Zurrgurt gemeint ist – die Begriffe werden meist synonym verwendet.
Kriterium | Zurrgurt / Spanngurt |
|---|---|
Norm | DIN EN 12195-2 |
LC-Angabe (Lashing Capacity) | Pflicht (z. B. LC 2000 daN) |
Prüfung durch einen Sachkundigen | Jährlich erforderlich |
Einsatz im gewerblichen Verkehr | Ja |
In unseren Schulungen stehen praxisnahe Fahrversuche mit Lkw und verschieden gesicherter Ladung im Mittelpunkt, um die Relevanz einer fachgerechten Ladungssicherung anschaulich zu vermitteln.
Auf der Ladefläche des Versuchsfahrzeugs werden zwei handelsübliche IBC (Intermediate Bulk Container) nebeneinander positioniert. Einer der Behälter wird mit 200 Litern Wasser, der zweite mit 500 Litern Wasser befüllt, um unterschiedliche Massen und damit unterschiedliche Trägheitskräfte abzubilden. Die Behälter stehen quer zur Fahrtrichtung etwa mittig auf der Ladefläche, ohne zusätzliche formschlüssige Begrenzungen durch Bordwände oder Stirnwand, sodass die Wirkung der jeweiligen Sicherungsmaßnahmen klar beurteilt werden kann.
Anschließend wird mit dem beladenen Fahrzeug eine Vollbremsung aus ca. 30 km/h durchgeführt. Diese Bremsung simuliert eine typische Gefahrenbremsung im innerörtlichen Verkehr und erzeugt die für die Ladungssicherung maßgebenden Verzögerungskräfte in Fahrtrichtung.
Fazit:
Die Praxisversuche erzeugen bei Teilnehmenden einen starken Aha-Effekt und zeigen klar, wie wichtig richtige Ladungssicherung für Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Recht ist. Unsachgemäße Sicherung kann zu Unfällen, Schäden und rechtlichen Konsequenzen führen.
Hinweis:
Unsere Seminare bieten umfassendes Wissen zu Ladungssicherung und weiteren Themen wie Gefahrgut und Qualitätsmanagement.
Termine finden Sie in unserem <<<Seminar-Überblick>>>.

Praxis-Tipp: Machen Sie nach dem ersten Kilometer einen „Nachspann-Stopp“ – Gurte können sich setzen!
Sie verhindert Unfälle und Personenschäden, schützt vor Warenverlusten und Fahrzeugreparaturen, erfüllt gesetzliche Pflichten (§ 22 StVO, § 31 StVZO), spart Kosten durch effiziente Prozesse und minimiert Umweltrisiken. Intensivierte Kontrollen durch Polizei und BALM machen Dokumentation unverzichtbar.

Viele Verstöße entstehen durch Unwissenheit oder Routinefehler.
Eine Schulung zur Ladungssicherung vermittelt rechtliche Grundlagen, physikalisches Verständnis und praktische Anwendung.
Wer einmal verstanden hat, wie Kräfte wirken und wie wenig Kraft ein einzelner Gurt tatsächlich hält, hört auf zu „fühlen“ und fängt an zu rechnen.
Eine solide Ladungssicherungsschulung (am besten mit praktischen Übungen auf dem eigenen Fahrzeug) reduziert Schäden nachweislich um 70–90 % und Bußgelder fast auf null.
Als zertifizierte Experten bieten wir individuelle Schulungen und Praxis-Workshops, Online oder direkt bei Ihnen vor Ort an.
Nutzen Sie meine Unterstützung – von der individuellen Bedarfsanalyse bis zur projektbegleitenden Umsetzung. Ich erstelle für Sie maßgeschneiderte Konzepte, Ladeanleitungen und jährliche Werkzeuginspektionen, damit Sie haftungsfrei und effizient unterwegs sind.
Kontaktieren Sie mich jetzt für ein unverbindliches <<<Beratungsgespräch>>> – speziell zu Ihren Gütern und Transportwegen.
Die neuesten Blogbeiträge zum Thema Ladungssicherung
1. Februar 2026
23. Januar 2026
21. Januar 2026
1. Dezember 2025
Wer ist verantwortlich, wenn die Ladung verrutscht?
Immer Fahrer UND Verlader/Absender gemeinsam (§ 22 StVO). Beide haften!
Reicht Formschluss allein immer aus?
Kommt drauf an. Das ist von Ladung zu Ladung unterschiedlich zu betrachten.
Darf ich normale Spanngurte aus dem Baumarkt benutzen?
Grundsätzlich nicht verboten. Es sollte aber darauf geachtet werden, ob und wie der Gurt gekennzeichnet ist.
Wie viele Zurrgurte brauche ich mindestens?
Genau berechnen mit DIN EN 12195 oder Rechner benutzen.
Müssen Zurrgurte jährlich geprüft werden?
Ja, da die BetrSichV das vorschreibt. Die Prüfung muss schriftlich dokumentiert sein. Diese Dokumentation muss der Fahrzeugführer nicht mitführen. Eine Prüfplakette hilft augenscheinlich, ist rechtlich allerdings nicht vorgeschrieben.
Welche Bußgelder drohen 2026 bei schlechter Ladungssicherung?
Verstöße können immer zu einem Bußgeld führen. Fast immer ist im Bereich der Ladungssicherung ein Punkt im FAER (Flensburg) möglich. Das Bußgeld selber ist abhängig von der Person, die es trifft und wie groß die tatsächliche Gefährdung ist.
Was ist besser: Niederzurren oder Diagonalzurren?
Diagonalzurren ist deutlich sicherer (direkte Kraftumlenkung), aber aufwendiger. Niederzurren reicht bei flacher Ladung + Antirutschmatte.
Muss ich bei Regen oder Frost anders sichern?
Ja! Nasse Antirutschmatten verlieren massiv an Reibung – zusätzliche Gurte oder trockene Matten nötig.
Kann ich verlorene Ladung einfach liegen lassen?
Nein! Wer Ladung verliert und nicht sofort beseitigt, riskiert bis zu 1 Jahr Freiheitsstrafe (§ 315b StGB – gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr).
Verbindliche ANMELDUNG LaSi-Talk.